Long time

Zu Anfang ersteinmal vielen Dank für die Unterstützung, die ich durch den letzen Blogeintrag erhalten habe. Durch diese Spenden konnten wir einiges Organisieren! :) 
Hier ein paar Aktionen und Erlebnisse der letzten 4(ohje...) Monate.

Coffee Bay Campsite

Im März hatten die Kinder aus dem Coram Deo Children's Home das erste Mal die Möglichkeit zu zelten und nicht wie gewohnt zu Hause zu schlafen. In Coffee Bay gibt es einen riesigen Zeltplatz, der einem kaum auffällt, da er in einem dschungelartigen Wald liegt. Dort haben wir für eine Nacht mit den Kindern gezeltet, mit Stockbrot, Lagerfeuer, kleinen Spielen, morgendlichem Strandspaziergang und allem was dazugehört.

Sportsday

Kurz vor den Ferien haben Leon und ich an der Schule einen Sportday geplant. Es waren zwar nicht mehr alle Kinder da, weil die meisten nach den Klausuren einfach zu Hause bleiben, trotzdem wurde es ein spaßiges, aber auch anstrengendes Event. 

Für Grade R bis Grade 7 haben wir Stationen aufgebaut und am Ende gab es für jedes die heißgeliebten Niknaks und Twizza (das süßeste Getränk was ich je probiert habe).


Rap Tournament

Die Bulungula Freiwilligen Mara und Felix haben ein echt geniales Projekt auf die Beine gestellt, bei dem sie die Song von verschiedenen Rappergruppen aufnehmen und sie schließlich bei einem Rap-Turnier gegeneinander antreten lassen. Bulungula ist nicht der Ort, an dem es die unzähligen technischen Möglichkeiten gibt, weshalb das ganze einfach mit dem Handy aufgenommen wird und eine Bluetooth-Box für den Beat im Hintergrund sorgt. Für das Rap Tournament haben die beiden aber tatsächlich ein Mikrofon und große Boxen organisiert. 
Diese Aktion konnte sich kaum einer entgehen lassen, so sind fast alle Freiwilligen aus ihren Einsatzstellen angereist. An dem selben Wochenende fand im Dorf eine Hochzeit statt, zu der wir eingeladen wurden. Ich glaube so viele weiße hat das Dorf selten auf einer Xhosa-Hochzeit gesehen.. Es war super interessant zu sehen, wie eine traditionelle hier aussieht. Es wird ziemlich viel getrunken, vor allem das Xhosa-Bier, Umqombothi, ist sehr beliebt (ich mags leider gar nicht, da es sehr sehr sauer schmeckt). Und nicht nur die Männer trinken, auch die älteren Xhosa Mamas kriegen einiges weg. Die Geschlechter Trennung war ziemlich strikt, die Männer saßen unten auf dem Hügel, mit Blickrichtung ins Tal. Die Frauen saßen weiter oberhalb, sodass die Männer sie nicht direkt ansehen konnten. Wir Mädchen mussten uns alle Kleider und lange Strumpfhosen anziehen. 
Das Xhosa-Bier wird in riesigen offenen Kanistern aufbewahrt, von wo aus man es in 'kleinere' 5L Eimer umfüllt. Gegen Abend wollten zwei Männer einen der riesigen offenen Kanister den Berg hoch transportieren, wobei der eine plötzlich losließ, der Kanister auf dem Boden aufschlug und den zweiten Träger komplett mit dem Inhalt übergoss. Da wir genau daneben standen bekam eigentlich jeder von uns etwas ab und jeder wurde einmal herzlich ausgelacht.


Netball Tournament

Die letzten Wochen verbrachten Leon und ich damit, ein Netball Turnier in Coffee Bay zu organisieren, welches am ersten Juni Wochenende stattfand. Der Rasen musste gemäht werden, zum Anlass gab es neue Netballkörbe und Linien fürs Netballfeld wurden gezogen. Es kamen Teams aus East London, Berlin, Bulungula und aus der Mount Packard, der Schule von Matthes und Johanna. Vor ein paar Monaten haben wir ein neues Volleyballfeld errichtet, welches neben Netball auch bespielt wurde.
Ein großer Dank gilt dem Friendsbackpacker in Coffee Bay, in dem alle Teams günstig übernachten und essen konnten. Mit traditional Dance, Trommelsessions, der Tischtennisplatte und Strandspaziergängen, war für jeden was dabei.
Für jedes Team war es etwas besonderes hier zu sein, sei es der Strom für die Kinder aus Bulungula, oder der Strand für die Kinder aus den Städten. :) 


Ehe man sich versieht, sind es nur noch 6 Wochen, bevor es wieder zurück nach Deutschland geht. Die letzte Zeit wird stressig, doch wir genießen Sie in vollen Zügen! Vor circa zwei Monaten haben Johanna und ich nach der Suche nach ein bisschen sportlicher Betätigung, ein neues Hobby entdeckt: Boxen. Marlbongue, ein Local, bietet das Training an unserer Schule in einem ziemlich ranzigen, leeren und unbenutzten Klassenraum an. Jeden Tag schaffen wir es nicht dort hin, aber ein paar Mal pro Woche auf jeden Fall. Anfangs war es ein bisschen komisch als einzige weiße Mädchen mit nur Local Jungs zu trainieren, doch die Boxer sind die nettesten Sportler, die ich hier kennengelernt habe, außerdem ist es das anstrengendste was ich je gemacht habe (was aber auch an meiner inzwischen völlig verloren gegangenen Kondition liegen kann..).


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Halbzeit - Wir brauchen Eure Unterstützung!

Im folgenden Eintrag stelle ich Euch unsere Pläne und Projekte für das nächste halbe Jahres hier in Coffee Bay vor. Wir haben schon einige Spenden in Deutschland gesammelt, mit denen wir das Fußballturnier in East London und ein paar Aktionen (Halloween und Nikolaus) im Kinderheim finanzieren konnten. Vielen Dank an alle bisherigen Spender!
Um das Kindeheim weiterhin unterstützen zu können, sowie ein Turnier in Coffee Bay zu organisieren, reichen die Mittel leider nicht aus. Aus diesem Grund bitten wir Euch um eure Unterstützung. Wir können alle jetzt eintreffenden Spendengelder zu 100% für die Projekte nutzen. Falls Ihr ein bestimmtes der folgenden Projekte fördern möchtet, ist dies natürlich möglich.
Jeder Cent zählt! :)

Im Kinderheim

Nach den großen Sommerferien fühlte man sich im ruhigen Coffee Bay wieder richtig zu Hause. Das neue Schuljahr beginnt und wir legen uns wieder richtig ins Zeug! 


Das einrichten eines Gartens im Kinderheim soll eins der langfristigen Projekte werden. Hinter dem Gebäude ist eine riesige Rasenfläche, die wir hierfür verwenden können. In der ersten Woche nach den Ferien wurden die ersten Spatenstiche getan und ein Rechteck abgemessen, von Gras und Unkraut entfernt und umgegraben.

Egal bei welcher Wetterlage, eigentlich ist ja immer noch Sommer, aber an der Wild Coast weiß man ja nie..
Mittlerweile stehen auch schon die Pfeiler, wo der Zaun angebracht wird, damit die Big Five der Transkei (Kuh, Ziege, Schaf, Schwein und Pferd) und die Ernte nicht vermiesen. Geplant ist, dass jedes Kind einen eigenen Abschnitt hat, welches es bepflanzen und bewässern kann, sodass die Kinder lernen, ein wenig Verantwortung für etwas zu übernehmen und auf die eigenen Sachen aufzupassen.


Die Rasenfläche wollen wir neben dem Garten, auch für ein Netball und ein Soccerfield nutzen. Oft kommen Kinder, die nicht im Kinderheim leben, zum Spielen vorbei. Mit ihnen wollen Johanna und Matthes ein Team aufbauen. Doch dafür muss erstmal der Rasen ab und die Tore gebaut werden.

Im Kinderheim wird zur Zeit viel gebaut, es gibt nun seit ein paar Tagen sogar Strom! Bis jetzt gab es immer nur einen Generator, der Abends für ein bisschen Licht und ab und zu für eine warme Dusche sorgte. Außerdem wurde eine ganze Wand eingerissen und eine Fenstertür eingebaut, um ein bisschen mehr Licht in das noch nackte und unfertig aussehende Gebäude zu bringen. Leider fehlt das Geld an allen Ecken und Enden, weshalb wir das Kinderheim dabei nur geringfügig unterstützen können.


In der Schule

Auch in der Schule haben wir eine Menge vor. Anders als in Deutschland, startet das neue Schuljahr im Januar. Die alte Grade 7 geht nun auf eine neue Schule und damit verlieren wir einige  unserer Fußballmädels, die mit uns im Dezember in East London beim Turnier dabei waren. Daher ist die Motivation für Fußball eher gedämpft. Umso mehr Lust haben die Jungs, mit denen Leon jetzt 2 Mal die Woche trainiert, einige interessieren sich auch für das Hockeytraining. 
Weiterhin wollen wir mehr neue Spiele mit verschiedenen Klassen ausprobieren. Aufgrund der fehlenden Materialien haben wir leider nicht so viele Möglichkeiten beim Gestalten des Sportunterrichts.
Das Hockeytraining mache ich weiterhin auf dem steinigen Platz vor der Schule. Ich hoffe darauf, mit den Kindern eventuell sogar an einem kleinen Turnier in East London teilnehmen zu können, doch dafür reichen die Spendengelder leider noch nicht aus. 

Das Homeworkproject

Unser nächstes größeres Projekt ist ein Hausaufgabenprojekt an der Coffee Bay JSS. Dazu mussten wir erstmal den unordentlichsten Raum, den ich je gesehen habe, aufräumen. Vor einigen Jahren gehörte dieser der Grade 9, die dann aber abgeschafft und auf eine andere Schule verlegt wurde. 
An den meisten Stellen konnte man nicht mal mehr den Boden sehen. Insgesamt sind ungefähr 5000 Bücher in diesem Raum, die tatsächlich zu einem Großteil nagelneu sind und trotzdem nicht wirklich genutzt werden. Genauso die um die 20 neuen Lernplakate, auf denen Englische Grammatik erklärt wird, liegen einfach ungenutzt im Raum. Leon und ich versuchen jetzt den Kinder bewusst zu machen, wie wichtig Englisch ist. Wenn der Raum also fertig aufgeräumt ist, werden wir viermal in der Woche unsere Hilfe bei den Englischhausaufgaben anbieten. 

Gebraucht werden die Spenden also hauptsächlich für die Unterstützung des Kinderheims (Aktionen wie eine Campingübernachtung, einen Auflug in den Park, Bauarbeiten am Haus) und für die Veranstalung der Turniere (Verpflegung der Mannschaften, Unterkunft, Transport, Preise). 
Bei weiterem Interesse und Fragen könnt Ihr euch gerne direkt an mich wenden. Die Spenden gehen direkt an das Konto meiner Organisation, die mir das Geld so zur Verfügung stellt:

Kontoinhaber: ASC Göttingen

 IBAN: DE10 2605 0001 0000 1110 62

BIC: NOLADE21GOE

 Kredit Institut: Sparkasse Göttingen

Verwendungszweck: Spende weltwärts, Einwerberin GROSSMANN, ROSA


Wir freuen uns sehr über jede Unterstützung!

P.S.:
Um eine Spendenbescheinigung zu beantragen, bitte die letzte Seite meiner Spendenmappe ausfüllen (unten auf der Seite Der Förderkreis zu finden) und an mich zurück schicken.
rosa.hockey@web.de
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One, two, three - Coffee Bay!


Die letzten zwei Wochen verbrachten wir kaum in Coffee Bay..  das erste Seminar mit allen Freiwilligen und unserem Projektmanager in Hogsback stand an, noch dazu kam das lang ersehnte Mädchenfußballturnier in East London! Damit zusammen hing leider sehr viel Autofahrerei, da Coffee Bay ja schon einige Kilometer entfernt liegt.



Das Seminar

Wie gesagt fand das Seminar in Hogsback statt, dies liegt ca. 2 Stunden von East London entfernt. Wir reisten schon zum Wochenende an, da in Berlin (eine kleiner Ort in der Nähe von East London, in der auch Freiwillige leben) der "Berlin-November" stattfand. Eigentlich ein Pferderennen, aber abends gab es auch Musik. Den ganzen Tag verbrachten Mara, Johanna und ich im Friseursalon..  Wir wollten mal was neues ausprobieren und haben uns dazu entschlossen Braids machen zu lassen. Ganze 6 Stunden hats gedauert. Für knapp einen Monat lassen wir die Braids jetzt drin und wenn wir keine Lust mehr haben (durch die Kunsthaare ist es wirklich viel mehr Gewicht auf dem Kopf als vorher) flechten wir sie vorher auf. 
Auf dem Seminar ging es vor allem um Teambuilding und darum, Erfahrungen untereinander auszutauschen. Unsere Unterkunft in Hogsback war auch eine Art Kletterpark, so konnte man dort auch Abseiling, Trapezspringen und ähnliches machen.

Ladies Soccer Tournament

Direkt nach dem Seminar standen wir ersteinmal im Stau und kamen erst nach 8 Stunden in Coffee Bay an. DOch am nächsten Tag sollte es schon weiter gehen.. Zurück nach East London. Das Ladies Soccer Turnier war das Highlight der Kinder, auf dass sie sich das ganze Schulhalbjahr gefreut haben. Wir trainierten dreimal die Woche mit den Mädchen und teilten sie in zwei Teams ein, die Shining Stars und die Wild Cats. 
In East London wurde zunächst einmal die riesige Hemmingway Mall erkundet, mit Rolltreppen, Autoscooter und anderen Dingen, die in Coffee Bay nicht vorzustellen sind. 
Wir übernachteten alle zusammen in der A.W. Barnes Schule, an der Tobias und Vivien arbeiten. Die Kinder bekamen dort Essen und konnten in den Klassenräumen ihre Lager aufschlagen. Samstag und Sonntag wurde dann das Turnier zwischen allen 10 Mannschaften ausgetragen. Dabei waren die Teams aus J-Bay, East London, Port Elizabeth, Berlin und Coffee Bay. Am Ende des Turniers standen tatsächlich beide Coffee Bay Teams im Finale und so holten wir den ersten und zweiten Platz, wobei das letzte Spiel dann leider etwas langweilig war.
Nach einen spaßigen aber auch unheimlich anstrengenden Wochenende ging es wieder zurück nach Coffee Bay.. 
Vielen Dank an alle Spender, die dieses Turnier erst ermöglicht haben! 

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Gutes und Schlechtes

Der November kommt für uns etwas unerwartet, es kann unmöglich bald schon das Jahr 2017 beginnen, die Zeit fliegt wirklich. Mittlerweile gibt es auch einen kleinen Zeitunterschied zu Deutschland (eine Stunde, also fast nichts), da dort jetzt ja auf die Winterzeit umgestellt wurde. Während es in Lüneburg tatsächlich schon schneit, haben wir immer um die 20 Grad, aber so richtig Sommer ist es auch noch nicht. Letztes Wochenende hat es einfach ununterbrochen geregnet, sodass wir kaum aus dem Haus gegangen sind. 

Graduation Grade R

In der Schule war in den letzten zwei Wochen die Zeit der Graduation. Dabei werden die Schüler aus Grade R, die sozusagen als Vorschulkinder schon in der Schule sind, in die 1. Klasse eingeschult. Den Tag zuvor wurde wieder die ganze Schule geputzt und die Mamas haben bereits angefangen für das Essen Xhosabread zu backen. Am Tag der Graduation wurde ein relativ großes Zelt aufgebaut, das sogar mit Boxen und einer "DJ-Anlage" ausgestattet war.
Ich wurde wieder komplett mit in die Küchenarbeit eingespannt, denn das Essen für die Besucher musste gekocht werden. Langsam beginnt mich diese Genderrole-Sache hier jetzt schon zu nerven, doch die Frauen und Mädchen hier denken überhaupt nicht drüber nach irgendetwas daran ändern zu wollen, da es für sie so selbstverständlich ist. Aber manche Eigenheiten einer anderen Kultur können wir glaube ich einfach nicht verstehen, das habe ich in letzter Zeit oft merken müssen. Das Essen was wir gekocht hatten, war aber nicht für alle Besucher bestimmt, sondern nur für die Lehrer der anderen Schulen, die zu Besuch gekommen waren. 
Leon hatte den Job den ganzen Tag über Fotos zu machen. Die Grade R Schüler sahen aber auch wirklich zuckersüß aus und waren super aufgeregt. Jeder von ihnen musste vor allen Zuschauern (also Eltern, Lehrern und Schülern) etwas bestimmtes aufführen, wie zum Beispiel das Alphabet aufsagen, den eigenen Namen schreiben oder die Wochentage oder Monate aufsagen. Eines der Kinder war so aufgeregt, dass es angefangen hat zu weinen.

Die ganze Graduation muss eine Menge Geld gekostet haben mit dem ganzen guten Essen, der Musikanlage und dem Zelt. Im Laufe der Woche fuhren wir mit den Lehrern noch zu drei anderen Schulen, um die Graduation dort mitzuerleben und merkten, dass es eigentlich eine Art Vorzeigeveranstaltung war, um seine Schule zu präsentieren, egal wie arm die Schule eigentlich ist. Die Lehrer bekamen das beste Essen und den besten Raum der ganzen Schule. Es wurden Reden gehalten, bei denen es um Bildung und um Freiheit ging, außerdem um Fairness und Respekt. Unserer Schulleiterin war es immer sehr sehr wichtig, dass wir dabei waren. Sie sagte: "So vergleichen wir uns mit anderen Schulen, sie sollen sehen was wir haben". 
Wieder etwas, was ich überhaupt nicht verstehen konnte, denn auf Grund der ganzen Feiern fiel vier Mal der ganze Unterricht aus. Und das jetzt, wo die Abschlussexamen für Grade 7 anstehen. Die Kinder haben einen unglaublichen Respekt vor den Lehrern, was wirklich kein Wunder ist, da diese oft mit einem Schlagstock umherlaufen. Einmal hat Johanna sogar mitbekommen, wie ein Kind geschlagen wurde und ich bin wirklich froh, dass ich das noch nicht erleben musste. Leider können/dürfen wir dagegen nicht wirklich etwas tun, außer versuchen zu zeigen, dass es auch ohne geht.. 


Aber aus solchen Erfahrungen kann man auch lernen und umso mehr hängen wir uns jetzt in unsere Projekte rein. Wir planen mit dem Mädchenfußball-Team zu einem Turnier nach East London zu fahren, wo einige das erste Mal eine richtige Stadt zu sehen bekommen werden. Ich kann mir kaum vorstellen wie es ist, nie aus Coffee Bay rauszukommen, die Kinder haben gar keine Vorstellungen von den Entfernungen (viele verstehen nicht, dass man aus Deutschland nicht mal eben so vorbeikommen kann). Der Transport nach East London ist leider sehr sehr teuer, weshalb wir weiterhin auf Spenden angewiesen sind. 
Auch unser Schwimmprojekt am Mapuziriver macht Fortschritte. Elternzettel auf Englisch und Xhosa wurden verteilt, damit die Eltern die Teilnahmeerlaubnis geben können und nächste Woche geht's dann los. :)


Der MadZit Trailrun und Halloween im Kinderheim

Am Wochenende vor Halloween stand der MadZit Trailrun in Zithulele an, zu dem Felix und ich uns angemeldet hatten. Der Run geht über 28km von Zithulele nach Madwaleni, aber da die 28km doch ein bisschen viel waren, haben wir uns als Dreierteam mit einer Südafrikanerin zusammen getan, sodass jeder ungefähr 9km gelaufen ist (was auch nicht ganz ohne ist, die Hügel hier machen einen echt fertig). Die Anderen betreuten währenddessen einen Waterpoint vom Bulungula Incubator auf meiner Strecke. Unser Dreierteam ist sogar zweiter geworden!
Halloween wird hier eigentlich gar nicht so gefeiert wie bei uns in Deutschland, höchstens die Weißen, die hier leben. Die Bulungula-Freiwilligen kamen nach dem Run noch mit zu uns, sodass wir zusammen zur Halloweenparty unserer Nachbarn (einem kleinen Restaurant) gehen konnten. 
Auch wenn es in der Xhosa-Kultur nicht so üblich ist, wollten wir trotzdem im Kinderheim ein bisschen Halloween Stimmung machen. Johanna bastelte mit den Kindern ein bisschen Deko und ich half ihr ein paar Spiele vorzubereiten und einen Kürbis auszuschnitzen. 
Topfschlagen, Kartoffellauf, Stopptanz und die Süßigkeiten-Leine :)

Schulalltag

Mittlerweile kann ich mir wirklich schon einige Namen merken und sogar ein paar Namen der Kinder, die
nicht in unseren Nachmittagsprojekten sind, weiß ich jetzt. Man lernt die Kinder besser kennen und weiß wer frech ist, wem man lieber nicht die Schiedsrichterpfeife geben sollte und wer in der Gruppe so das Sagen hat. Extrem ist wirklich der Unterschied zwischen Mädchen und Jungs, vor allem in den unteren Klassen. Während die Mädchen fröhlich irgendwelche Sing- Klatsch- oder Tanzspiele spielen oder mir an den Armen hängen, verkloppen sich die Jungs gegenseitig oder prügeln um einen Fußball, aber natürlich gibt es auch ruhigere Boys. Nach über 2 Monaten haben wir jetzt auch mal die unheimlich dreckigen Leibchen gewaschen, beziehungsweise die Mädchen aus Grade 3 haben es für uns gemacht. Es herrscht wirklich so eine Art Machtpositionen, es hat immer der Ältere das Sagen. Deswegen ist es auch immer praktisch beim Netballspielen mit den Kleinen einen älteren Schiedsrichter zu haben (vor allem auch, weil ich die Regeln alle immer noch nicht ganz verstanden habe). Netball ist ein totaler Mädchensport die Jungs stehen eher auf Fußball.


Sleepover

Momentan leben noch 20 Kinder im Kinderheim, doch schon bald wird es dort viel ruhiger werden, denn einige Kinder gehen wieder zu ihren Familien zurück. Nicht alle von ihnen haben ihre Familie komplett verloren, es konnte sich für eine ganze Zeit nur nicht genug um sie gekümmert werden. Deshalb gab es gestern eine Art Abschlussübernachtung, ein Sleepover, bei dem wir mit allen 20 Kindern im Heim übernachtet haben.

Bild Nr. 1: Die Zwillinge Sange und Asange, Bild Nr. 5&6: Der Versuch eine Murmelbahn zu bauen.. 
Circa einmal die Woche, wenn ich keine Schule habe, gehe ich ins Kinderheim. Obwohl es gar nicht mein Projekt ist, werde ich die Kinder wirklich vermissen.. 

Noch ein bisschen mehr über das Leben in Coffee Bay -> "Bilder"




        Leons Blog 
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East London Lifestyle

Bevor ich zu unserem mehr oder weniger erwünschten Aufenthalt in East London komme, gibt es noch eine ganze Menge aus Coffee Bay zu berichten.

Vor fast drei Wochen, am letzten Wochenende vor den ersten Ferien hier in Südafrika, besuchten wir Juda in seinem Village auf der anderen Seite des Mthatha Rivers. Juda ist ein waschechter Rastaman, den wir schon ziemlich am Anfang kennengelernt haben, da er immer irgendwo in Coffee Bay zu finden ist. Auf dem Weg zu seinem Haus erklärte er uns etwas über die "Clans", die auf der einen und der anderen Seite des Flusses leben. Es gibt nämlich nicht nur die eine Xhosakultur, sonder viele verschiedene Untergruppen. Zum Beispiel den Bomvu-Clan, der auf der Coffee Bay Seite lebt und den auf der anderen Seite des Flusses, zu dem Juda gehört, dessen Namen ich aber leider schon wieder vergessen habe. 
Nachdem wir ein Stück gelaufen waren, da man mit dem Auto nicht direkt zu seinem Haus kommt, könnten wir schon seinen Garten sehen. Dieser hatte aber keinen normalen Zaun, sondern stacheliges Gebüsch und Sträucher als Schutz vor Tieren. Es war auch kein spießig angelegter geordneter Garten, alles wuchs überall und durcheinander. Trotzdem wuchs alles wirklich sehr gut, ich war echt neidisch, weil es mit unserem Beet nicht ansatzweise so funktioniert... Ich hab die letzten Wochen ziemlich viel Arbeit reingesteckt, einen Zaun gebaut, Saatgut gekauft und eingesät, aber wahrscheinlich muss ich ein bisschen mehr Geduld haben. 
Neben dem Garten hat Juda eine Art Projekt gestartet, bei dem er aus Plastikflaschen ein Dach baut. Um in das Haus zu kommen muss man sich ziemlich bücken und im ersten Moment war ich ganz schön geschockt, wie man so leben kann, wie Juda es tut. Es ist wirklich alles aus der Natur entnommen, oder er hat es irgendwo gefunden. Der Ofen ist ein ehemaliger Termitenhügel, der umfunktioniert wurde, eine kleine Grupe mit einem Gitter dient als eine Art Grill und eine Hängematte und eine selbstgebaute Bank dienen als Sitz. Eigentlich wollten wir nur recht kurz bleiben, doch nachdem uns Juda überall herumgeführt hat, begann er für uns zu kochen. Wir dachten uns, dass es unhöflich sei das abzuschlagen und dass es ja nicht all zu lange dauern könnte. Zuerst sammelte Juda Gemüse aus seinem Garten, machte den Ofen an und nach vielleicht dreieinhalb Stunden war das Essen dann fertig. Mein Löffel stellte eine recht große Muschel da, die Juda irgendwann mal gefunden haben musste, und Saki aß aus einer Kokusnussschale. Bevor wir aßen gab uns Juda allerdings noch eine Didschimassage (ich bin mir nicht ganz sicher, wie das geschrieben wird..). Diese besteht daraus, dass er auf seinem Didscheridu (natürlich selber gebaut) spielt, während wir unsere Augen schließen mussten. Es hatte auch ein bisschen was mit Beschwörung zu tun und der Kommunikation mit verstorbenen Verwandten. Für viele hier hat das eine große Bedeutung.
Nach diesem Besuch bei Juda wurde uns noch mal richtig klar, wie verschieden die Lebensstile sein können. Selbst in Coffee Bay und Umgebung gibt es solche Unterschiede und der Unterschied zu Deutschland ist wirklich unglaublich groß..

Frühlingsferien!

Die Woche vor den Ferien war in der Schule nicht mehr so wirklich viel los. Von Tag zu Tag kamen weniger Schüler und die meisten verzichten dann auch auf ihre Uniform. An einem Tag fand noch einen Beachday mit den Klassen R,1,2 und 3 statt und am Freitag war die Schule schon um 10 zu Ende. Für die Ferien hatten wir nichts weiter geplant, da uns ein paar andere Freiwillige in unserer Einsatzstelle besuchen wollten. Am Samstag kamen dann auch schon die Freiwilligen aus Jeffreys Bay, Port Elizabeth, Port Alfred, East London und Bulungula. Insgesamt waren wir dann 18 Leute, die Ferien sollten also keineswegs langweilig werden. In den paar Tagen haben wir allen versucht das Coffee Bay Leben zu zeigen, mitsamt den löchrigen Straßen, dem Mapuzi River, den Backpackern und dem Kinderheim. Leider ist unser Bakkie, unser Auto, nicht ganz so gut dabei weggekommen.. eines Morgens stellten wir fest das der Bakkie weg war. Wir kriegten alle ziemlich Panik, da wir ohne das Auto wirklich aufgeschmissen wären und sowieso ein sehr großes Problem hätten, sollte der Bakkie komplett gestohlen worden sein. Alles rumtelefonieren hat nichts geholfen, also sind wir in Coffee Bayauf die Suche gegangen. Tatsächlich fanden wir das Auto wieder, allerdings in einem Graben am Straßenrand, aus dem man ohne einen Abschleppdienst nicht rauskam. Wir hatten wirklich extremes Glück im Unglück, denn sogar der Schlüssel lag noch im Auto drin. (Wer zur Hölle klaut ein Auto, fährt es in einen Graben und lässt dann auch noch den Schlüssel drin?!)  Naja wir waren auf jeden Fall alle ziemlich erleichtert, dass der Bakkie wieder da und das mit nur geringfügigen Schäden. Als hätten wir nicht genug Pech, sind wir am nächsten Tag auch noch stehen geblieben, da wir die Auto-Diebe scheinbar den ganzen Tank leer gefahren haben...
Am Mittwoch wanderten die anderen Freiwilligen nach Bulungula. Wir kamen mit dem Auto nach (das wir dann zum zweiten Mal bei der Polizeistation abholen mussten), da wir noch etwas im Kinderheim zu tun hatten. Nach einer Nacht auf der Ladefläche unseres Autos und mit einem traumhaften Ausblick ging es wieder nach Hause. 



Leider stellte sich heraus, dass die Schäden am Bakkie doch ernsthafter waren und wir so schnell wie möglich nach East London fahren sollten. Am nächsten Tag machten wir uns also direkt auf den Weg. Die Werkstätten hier sind nur leider alles andere als schnell, weshalb wir im Moment immer noch in East London sind. Wir übernachten bei den Freiwilligen hier und genießen neben dem Auto-Stress das Stadtleben. Endlich mal wieder richtige Straßen, Supermärkte und Klamottenläden... Hier erlebt man ein schon sehr westliches Südafrika. Bei der Gelegenheit haben wir uns auch mal die Projekte (die Schulen: A. W. Barnes, Parkside Primary School, Floradale Primary School) der East London Freiwilligen angeguckt, was echt interessant war. Wir waren geschockt, wie gut die Kinder Englisch konnten. An unser Schule in Coffee Bay gibt es ja nurdie Xhosa-Kids, die kaum/gar kein Englisch sprechen. An der A. W. Barnes und der Parkside gibt es auch Colourds, also hellere Kinder und sogar ein paar Weiße. Allerdings so 2 von 600.. An der Barnesgibt es sogar ein asiatisch aussehendes Kind, was mich dann doch sehr überrascht hat. Die Floradare Schule liegt mitten im Township, sie ist umgeben von Wellblechhütten und ziemlich verkommenen Häusern. Auf diese Schule gehen wie bei uns auch nur Xhosa-Kids. 
Der Strand in East London ist zwar nicht so nah dran wie bei uns, aber trotzdem richtig richtig schön!
Die Kontraste zwischen arm und reich sind auch ziemlich erschreckend. Manchmal fährt man an den heftigsten Villen vorbei und dann direkt ins nächste Wellblechhütten-Township. 
Was uns auch klar geworden ist: Wir sind zwar alle mit der selben Organisation hier, erleben aber trotzdem ein ganz verschiedenes Südafrika.. 

P.S.: Es gibt wieder neue Pictures unter "Bilder"!